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13.10.2017 | Indien: Oberster Gerichtshof fordert Alternative zu Hinrichtungen mit dem Strang

Der Oberste Gerichtshof in Indien hat die Regierung aufgefordert, eine alternative Hinrichtungsmethode einzuführen, die weniger schmerzhaft als Exkutionen durch den Strang sind.

Während der Oberste Gerichtshof am 6. Oktober die indischen Regierung zur Einführung einer alternativen und würdevolleren Hinrichtungsmethode angehalten hat, forderten zugleich weitere kritische Stimmen, die Todesstrafe vollständig abzuschaffen.

Franklin Caeser Thomas, ein in Delhi praktizierender Rechtsanwalt befürwortete die Forderung des Obersten Gerichts mit der Begründung, dass in den meisten anderen Staaten der Welt Hinrichtungen durch den Strang abgeschafft und durch andere Exekutionsmethoden wie die letale Injektion oder den elektrischen Stuhl ersetzt wurden. 

Andere Aktivisten wiederum fordern die vollständige Abschaffung der Todesstrafe mit der Argumentation, dass die meisten Länder weltweit sich von der Todesstrafe bereits entfernt haben und statt dessen lebenslängliche Haftstrafen aussprechen. Zudem verhindere die Todesstrafe keine Verbrechen, so Joseph Dias, Gründer des Catholic Secular Forum in Mumbai.

Dem aktuellen indischen Gesetz zufolge, müssen Hinrichtungen durch den Strang vollzogen werden, bis das Genick des Verurteilten gebrochen ist. Seit 1995 wurden in Indien fünf Todesurteile vollstreckt, die beiden letzten davon fanden im November 2012 und Februar 2013 statt. Bei beiden der exekutierten Personen handelte es sich um wegen terroristischer Aktivitäten zum Tode Verurteilte.

Quelle und weitere Informationen:

"India seeks alternative execution methods to hanging", UCA News vom 12. Oktober 2017.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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