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14.10.2017 | Iran: 17-Jährigem droht die baldige Hinrichtung

Amnesty International fordert von der iranischen Regierung den sofortigen Hinrichtungsaufschub für den 17-jährigen Amirhossein Pourjafar, der am 19. Oktober in Teheran hingerichtet werden soll.

Amirhossein Pourjafar war im April 2016 verhaftet und sechs Monate später wegen Vergewaltigung und Mordes an der siebenjährigen Setayesh Ghoreyshi zum Tode verurteilt worden. 

Für Amnesty International steht ausser Frage, dass ein fürchterliches Verbrechen stattgefunden hat und der Täter hierfür verantwortlich gemacht werden muss. Die Menschenrechtsorganisation unterstützt die hinterbliebene Familie in ihrer Forderung nach Gerechtigkeit, die jedoch nicht durch die Hinrichtung eines 17-Jährigen bestehen könne.

"Die Anwendung der Todesstrafe gegenüber Menschen, die für Verbrechen verurteilt wurden, zu dessen Zeitpunkt sie unter 18 Jahren alt waren, verstößt gegen die Internationalen Menschenrechtsgesetze. Wenn die iranische Regierung die Hinrichtung nächste Woche ausführt, begeht sie damit einen weiteren erschreckenden Vertragsbruch innerhalb ihrer internationalen Verpflichtungen.

Der Iran zählt im weltweiten Vergleich noch immer zu den fünf Nationen, die jährlich am meisten Todesurteile vollstrecken. Als eines der wenigen Staaten weltweit richtet der Iran auch weiterhin Minderjährige hin: Mindestens 85 jugendliche Straftäter wurden nach Informationen Amnesty Internationals zwischen 2005 und 2017 von der iranischen Regierung exekutiert. Aktuell sollen sich 92 zum Tode Verurteilte in iranischen Todestrakten befinden, die zum Zeitpunkt ihrer Straftat minderjährig waren.

Weitere allgemeine Informationen hierzu finden Sie auch in unserem Länderbericht "Die Todesstrafe im Iran".

Quelle und weitere Informationen:

"Iran: 17-year-old boy at risk of imminent execution", Amnesty International vom 13. Oktober 2017. 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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