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05.08.2017 | Iran: 28 Hinrichtungen in einem Monat

Im Iran wurden während der vergangenen vier Wochen insgesamt 28 Todesurteile vollstreckt. Bei den Hingerichteten handelte es sich um wegen Mordes, Vergewaltigung oder Drogendelikten zum Tode Verurteilte.

Vier aufgrund von Drogendelikten zum Tode verurteilte Gefangene wurden am 8. Juli in der im Nordwesten Irans gelegenen Stadt Urmia gehängt, wie die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights berichtete. Weiterhin wurden im Gefängnis Rajai Shahr in Karaj sowie den Gefängnissen der Städte Maraga, Gorgan und Semnan jeweils zwei Gefangene im Laufe der vergangenen Woche gehängt.

Am 10. Juli wurde zudem berichtet, dass mindestens elf Inhaftierte in Vorbereitung auf ihre Hinrichtung in Isolationshaft in das Rajai Shahr Gefängnis verlegt wurden und die Todesurteile für sieben von ihnen am nächsten Morgen im Hof des Gefängnisses direkt vollstreckt worden sind.

Ein weiterer Mann wurde am Morgen des 10. Juli im Zentralgefängnis Mahabad gehängt. Es handelte sich um einen Kurden, der im Jahr 2012 wegen des angeblichen Schmuggels von Rauschgift zum Tode verurteilt worden war. Informationen zufolge, soll er Vater eines siebenjährigen, autistischen Kindes gewesen sein.

In dem in der Kohrasan Razavi Provinz gelegenen Taibad Gefängnis wurden weitere zehn Gefangene wegen Drogendelikten hingerichtet. Vier von ihnen sollen Landwirte gewesen sein, die im Besitz von rund 4 kg Heroin waren.

Der Besitz von Drogen steht im Iran ab einer Menge von 100 kg Opium, 2 kg Mariuana oder Crystel Meth unter der Todesstrafe. Jeglicher Besitz anderer Rauschgifte von mehr als 5 kg kann ebenfalls mit dem Tod bestraft werden. Auch der Besitz von Mengen, die diese unterschreiten, können mit dem Tod geahndet werden, wenn es sich um Personen handelt, die vorbestraft sind und bereits zu Haftstraften zwischen zwei und fünf Jahren verurteilt worden waren.

Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch fordern seit geraumer Zeit, dass die iranische Regierung die Hinrichtungen von Personen, die aufgrund von Drogendelikten verurteilt wurden, einstellt. Zugleich diskutiert das iranische Parlament, die Drogengesetze in dem Land zu verschärfen.

Betrachtet man die Anzahl an vollstreckten Todesurteilen in Relation zur Bevölkerungszahl, ist der Iran im weltweiten Vergleich der Staat, in dem jährlich die meisten Hinrichtungen durchgeführt werden. Allein im vergangenen Jahr sollen Informationen der Organisation Iran Human Rights zufolge mindestens 530 Menschen exekutiert worden sein. Weitere allgemeine Informationen zur Todesstrafe im Iran finden Sie auch in dem Länderbericht "Die Todesstrafe im Iran" auf unserer Webseite.

Quelle und weitere Informationen:

"28 Executions Carried out in Iran in Past Few Days", Iran News Update vom 3. August 2017.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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