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18.04.2017 | Iran: Psychisch kranke Häftlinge hingerichtet

Vier Häftlinge wurden seit Anfang April im Gefängnis in Tabriz hingerichtet. Alle vier waren teils schwer psychisch krank.

Am 4. April wurde ein bislang nicht identifizierter psychisch kranker Häftling nach vier Jahren Haft exekutiert. Im gleichen Gefängnis wurden am 11. April zwei Brüder hingerichtet, die zuerst in die psychiatrische Abteilung kamen und anschließend in Einzelhaft verlegt wurden. Schließlich wurde am 12. April der 27-jährige Rahman Hosseinpour gehängt. Er war schwer psychisch krank, mußte 30 Tabletten am Tag nehmen und war in der Gefängnispsychiatrie untergebracht.

Die Hinrichtung von kranken Häftlingen verstößt gegen verschiedene internationale Abkommen, für die auch der Iran unterschrieben hat.

Rund 7000 Häftlinge sind augenblicklich im Tabriz Gefängnis. Die Gefangenen leiden an den verschiedensten Krankheiten, bekommen nur selten die Möglichkeit, einen Arzt aufzusuchen. Auch die weitere Versorgung ist sehr schlecht. Sie können nicht adäquat ernährt werden und es gibt weder genügend Betten noch Decken für jeden Häftling. Jegliches Aufbegehren der Häftlinge wird mit Schlägen bestraft.
Auch die Gefangenen des Gohardasht Gefängnis leiden unter diesen Problemen, dazu kommt dort noch eine fehlende Heizanlage. Zudem müssen sie für ihre Unterbringung wie auch das Essen selbst aufkommen.

Quelle:
ncr-iran.org/en/ncri-statements/human-rights/22559-iran-execution-of-two-ill-prisoners-in-tabriz-and-intensified-deterioration-of-prison-conditions
(17.04.2017, Secretariat of the National Council of Resistance of Iran)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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