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17.08.2017 | Kentucky: Keine Hinrichtungen für Menschen unter 21 Jahre

Kentuckys Bezirksgericht entschied vor einigen Tagen, es sei unrechtmäßig, Menschen, die das 21. Lebensjahr nicht vollendet haben, hinzurichten.

Gründe dafür seien Untersuchungen, die zeigen, dass das menschliche Gehirn erst im Alter von Anfang 20 völlig ausgereift sei. Vorher würden vor allem auch in den Bereichen des Gehirns, die für die Impulskontrolle und Risikoeinschätzung zuständig sind, Defizite herrschen.

Weniger Menschen seien in den vergangenen Jahren für Verbrechen hingerichtet worden, bei denen die Verurteilten im Alter zwischen 18 und 21 gewesen seien.
Deutlich zu sehen sei der nationale Konsens hinsichtlich der Entwicklung der Todesstrafe, in diesem Fall eines Rückgangs, besonders, wenn es um Angeklagte zwischen 18 und 21 seien, so Bezirksrichter Ernesto Scorsone.

In Kalifornien beispielsweise sitzen 87 Menschen im Todesstrakt, die für einen Mord verurteilt wurden, den sie im Alter von 18, 19 oder 20 begangen haben. Das sind 12 % der dort 748 einsitzenden Todeskandidaten.

Scott Martelle, der den Artikel für die LA Times verfasst hat, beschreibt neben den vorliegenden Fakten seine Abneigung gegen die Todesstrafe. Sie sei unter allen Umständen falsch. Das System sei zu anfällig für Manipulationen und Fehler während der Prozesse. Besonders vor dem Hintergrund, dass häufig Minderheiten wie auch die arme Bevölkerung des Landes von solchen Anklagen betroffen ist.

Aufgrund ihrer eigenen Verletzlichkeit und dem Mangel an Kontrolle über die unmittelbare Umgebung, haben Jugendliche einen größeren Anspruch als Erwachsene auf Verständnis und Vergebung, ihren schädigenden äußeren Einflüssen nicht entflohen zu sein, so Richter Anthony M. Kennedy.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.latimes.com/opinion/opinion-la/la-ol-death-penalty-kentucky-20170808-story.html
(08.08.2017, Scott Martelle)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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