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02.06.2017 | Kuwait: Sieben Todesurteile wegen Vergewaltigung eines 13-jährigen Jungen

Am 31. Mai verurteilte ein Berufungsgericht in Kuwait sieben Männer aufgrund der Vergewaltigung eines teilweise behinderten, 13 Jahre alten Jungen zum Tode.

Die Männer waren dem Anwalt des Opfers zufolge im April in ihren Erstprozessen zunächst zu 10-jährigen Haftstrafen verurteilt worden, bevor das Berufungsgericht letzten Mittwoch über eine Urteilsumwandlung entschied. Bei den Tätern soll es sich um vier Kuwaiter, einem Iraker, einem Jemenit sowie einer Person unbekannter Nationalität gehandelt haben.

Die Männer, die zum Tatzeitpunkt zwischen 18 und 23 Jahre alt waren, sollen das Opfer im September letzten Jahres in ein Chalet entführt, sexuell missbraucht, den Übergriff gefilmt und schließlich dem Opfer gedroht haben, diesen über Soziale Medien auszustrahlen, falls er die Tat bekanntgeben würde. Bei dem 13-jährigen Opfer handelte es sich um einen Kuwaiter mit teilweise geistiger Behinderung.

Die Urteile müssen nun vom Obersten Gericht Kuwaits, welches die endgültige Entscheidung über das Strafmaß trifft, bestätigt werden.

Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Todesurteile trotz der Ernsthaftigkeit des begangenen Verbrechens und fordern von der Regierung, ein Hinrichtungsmoratorium auszusprechen. Erst im Januar waren in Kuwait nach vier Jahren hinrichtungsfreier Zeit sieben Personen hingerichtet worden. Sechs von ihnen waren wegen Mordes und eine weitere Person aufgrund von Entführung und Vergewaltigung exekutiert worden. Kuwait würde jedoch mit der Vollstreckung von Todesurteilen in eine falsche Richtung steuern, so die Direktorin für den Mittleren Osten der Mittenschenrehtsorganisation Human Rights Watch Sarah Leah Whitson in ihrere Stellungnahme im Januar diesen Jahres.

Quelle und weitere Informationen:

"Kuwait: Court Sentences Seven to Death For Raping Disabled Boy", Newsweek vom 1. Juni 2017; "Kuwait: First Executions in four years", Human Rights Watch vom 26. Januar 2017. 

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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