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30.03.2017 | Louisiana: Insassen klagen gegen Isolierung im Todestrakt

Drei Insassen in Louisianas Todestrakt reichten Klage gegen die Verantwortlichen des Staatsgefängnisses ein. Die 23-stündige Unterbringung in einer fensterlosen Zelle von der Größe eines durchschnittlichen Badezimmers verletze ihre Verfassungsrechte. Jeder der drei Kläger sitzt mittlerweile zwischen 25 und 31 Jahren in Einzelhaft.

Die Zustände im Todestrakt seien unmenschlich und spielen mit der körperlichen und geistigen Gesundheit der Insassen. Durch die Klage sollen Erleichterungen der Haftbedingungen für alle Todestraktinassen in Louisiana erreicht werden.
Die Insassen könnten ihre Zelle nur für maximal eine Stunde verlassen, um zu duschen, zu telefonieren und um sich auf ihrer Etage zu bewegen.

„Physischer Kontakt jeglicher Art ist komplett verboten“, so die Klageschrift. Folgen solcher Maßnahmen können ernsthafte psychische Erkrankungen sein, da seien sich Menschenrechts- wie auch Gesundheitsexperten in den USA und in aller Welt sicher.
Es sei ebenfalls in der Klage aufgeführt, dass über 75% der mehr als 70 Todeskandidaten seit über einem Jahrzehnt in Einzelhaft sitzen; verschiedene Haftanstalten in anderen Bundesstaaten hätten weitaus bessere Bedingungen.

Ken Pastorick, Sprecher der Gefängnisbehörde, gab an, während des laufenden Prozesses keine Kommentare abgeben zu können.

Ein Bundesberufungsgericht habe erst kürzlich einen ähnlichen Fall abgewiesen. Dort ging es um die Haftbedingungen in Virginia.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
m.startribune.com/louisiana-inmates-sue-over-solitary-confinement-on-death-row/417492603/
(29.03.2017, Michael Kunzelman)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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