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22.12.2017 | Montana: Richter fordert Offenlegung von Dokumenten

Montana verzögerte jahrelang die Herausgabe von Dokumenten, die eine Manipulation seitens einer Expertenaussage bezüglich eines Giftinjektionsfalles offenlegen könnte. Richter James Reynolds verurteilte nun dieses Vorgehen und verlangte die Herausgabe der Dokumente.

Eric Sell, Sprecher der Gefängnisbehörde in Montana, gab an, nach dem Urteil die Dokumente rausgeben zu wollen. Diese würden dann den Anwälten der Kläger Ronald Smith und William Gollehon, Montanas einzigen Todeskandidaten, zugehen.

Montanas „American Civil Liberties Union“(ACLU), welche Smith vertritt, stellte in Frage, ob die Zeugenaussage des Experten Roswell Evans manipuliert gewesen sein, um die gescheiterte Klage seitens des Staates, Pentobarbital sei für Hinrichtungen verwendbar, zu unterstützen. Eric Sell verneinte solch eine Manipulation.

Smith und Gollehan beklagten 2008 die Rechtmäßigkeit des Hinrichtungsprotokolls des Staates Montana. Der Fokus lag auf der Verwendung von Pentobarbital, das der Staat verwenden wollte, nachdem der eigentliche Wirkstoff Sodium Pentothal nicht mehr verfügbar war. Montana hat dieses in einem Hinrichtungsprotokoll verankert, das eine Kombination aus zwei Medikamenten beinhaltet.

Evans hatte 2015 ausgesagt, dass Pentobarbital den Anforderungen des Gesetzes als „extrem schnell wirkendes Barbiturat“ entspreche. Aber er hatte auch in einem anderen Fall in Tennessee ausgesagt, dass dieses Medikament kein sehr schnell wirkendes wäre.
Nach dem Rückzug der Aussage, entschied Richter Jeffrey Sherlock, dass Pentobarbital nicht dem Gesetz entspreche und blockte damit Hinrichtungen in Montana.
Später untersuchte der Staat die Aussage und teilte der ACLU mit, die Transaktionen mit Evans beendet zu haben, doch die geforderten Dokumente wurden nie übergeben.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://flatheadbeacon.com/2017/12/19/montana-judge-sanctions-state-execution-drug-case/
(19.12.2017, Matthew Brown)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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