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01.09.2017 | Nevada plant für die nächste Hinrichtung den Einsatz von Fentanyl

Vor knapp einem Jahr verwarf Nevadas Todeskandidat Scott Dozier seine restlichen Berufungsmöglichkeiten und erklärte sich für seine Hinrichtung bereit. Allerdings besitzt Nevada im Augenblick nicht die nötigen Medikamente für eine Exekution per Giftspritze.

Viele US-Bundesstaaten haben seit längerer Zeit Probleme, die für in ihrem jeweiligen Hinrichtungsprotokoll verankerten nötigen Medikamente zu beschaffen. Hersteller Pfizer verweigerte die Lieferungen von Midazolam und Hydromorphon an Haftanstalten. Nevada bewarb sich um Zulieferungen geeigneter Medikamente, bekam allerdings keinerlei Angebote seitens der Hersteller.

Zu Beginn dieses Monats gaben Nevadas zuständige Beamte bekannt, eine Lösung zu haben, und zwar in Form eines Medikaments, das bislang bei noch keiner Hinrichtung verwendet wurde: Fentanyl, ein Opioid, das unter anderem bei dauerhaften Tumorschmerzen verabreicht wird. Für den Hinrichtungszweck soll es zusammen Diazepam und dem Muskelrelaxans Cisatracurium injiziert werden. Insgesamt eine ungetestete Kombination.

Brooke Keast, eine Sprecherin der Behörde, schrieb in einer E-mail, das komplette Protokoll - welches die Reihenfolge der Verabreichung der Medikamente beinhalten könnte, ebenso, wer sie injiziert und wer der Hinrichtung als Zeuge beiwohnen darf - würde innerhalb der nächsten Wochen veröffentlicht werden. Ausserdem seien die Medikamente vom Chief Medical Officer John DiMuro vorgeschlagen worden. Dieser verweigerte jeden Kommentar, verwies auf den laufenden Prozess.

Scott Dozier wurde 2002 wegen des Mordes und der Zerstückelung des 22-jährigen Jeremiah Miller zum Tode verurteilt.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
https://www.themarshallproject.org/2017/08/30/nevada-plans-to-use-fentanyl-in-upcoming-execution
(30.08.2017, Maurice Chammah)




www.intiative-gegen-die-todesstrafe.de

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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