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07.04.2017 | Ohio: Berufungsgericht entscheidet gegen neues Protokoll

Mit einer 2-1 Entscheidung befand das Berufungsgericht in Cincinnati den geplanten Einsatz des Sedativums Midazolam für unrechtmäßig und gefährdet damit die schon festgesetzten Hinrichtungstermine.

Ebenso entschied das Gericht, dass die beiden anderen Medikamente, die zum Einsatz kommen sollen - Pancuronium Bromid und Kaliumchlorid - und die eigentlich seit Jahren keine Verwendung mehr finden, für das neue Protokoll ausgeschlossen werden.
Richterin Karen Nelson Moore befand, dass die Tatsache, dass der Staat immer wieder wiederholte, diese Medikamente nicht mehr einsetzen zu wollen und dies aber nun doch vorhabe, ein schwerwiegender Widerspruch sei.

Befürwortet wurde die von den Anwälten verschiedener Häftlinge im Todestrakt hervorgebrachte  Alternative des Medikaments Pentobarbital, dass bei Hinrichtungen alleinig zum Einsatz käme, obwohl der Staat argumentierte, dass sie nicht in der Lage seien, einen Hersteller und Lieferanten dafür zu finden.

Weitere Berufungen sind wahrscheinlich. Es könnte vor das Hauptberufungsgericht gehen oder direkt zum Obersten US-Gerichtshof.

Seit der qualvollen Hinrichtung von Dennis McGuire im Januar 2014 wurde in Ohio kein Insasse mehr hingerichtet. Es dauerte 26 Minuten, bis McGuire starb.
Für dieses Jahr sieht der Staat aktuell sieben Hinrichtungen vor, beginnend mit Ronald Philips am 10. Mai. Weitere Termine sind aber schon bis 2021 angesetzt.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://bigstory.ap.org/1cfbd799474747c0b30034e6b1bb8a75?utm_campaign=SocialFlow&utm_source=Twitter&utm_medium=AP
(06.04.2017, Andrew Welsh-Huggins)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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