zurück zur Übersicht

28.01.2017 | Ohio: Neues Hinrichtungsprozess unrechtmäßig

Ein Bundesrichter erklärte Ohios neuen Hinrichtungsprozess für unrechtmäßig und schob die drei kommenden Hinrichtung auf.

Ronald Phillips, dessen Hinrichtung für den kommenden Monat geplant war, wie auch zwei andere Insassen in Ohios Todestrakt werden vorerst verschont. Die Klage gegen das erste Medikament, Midazolam, das zum Einsatz bei den Hinrichtungen hätten kommen sollen, war erfolgreich. Denn Richter Michael Merz entschied nach einer einwöchigen Anhörung, dass es nicht verfassungsgemäß sei, die Insassen einem hohen Risiko einer sehr schmerzhaften Hinrichtung auszusetzen.
Ebenfalls blockte Merz den Einsatz der beiden dem Midazolam folgenden Medikamente.

Seit der fatalen Hinrichtung von Dennis McGuire im Januar 2014 wurde in Ohio kein Insasse mehr hingerichtet. McGuire, bei dessen Hinrichtung ebenfalls Midazolam als erstes von zwei Medikamenten verwendet wurde, schnappte immer wieder nach Luft, wand sich auf der Bahre und starb schlussendlich nach etlichen Minuten Todeskampf.
Ohio beschloss anschließend, diese Kombination von Medikamenten nicht mehr einzusetzen, hatte jedoch Schwierigkeiten, eine Alternative zu finden.

Im vergangenen Oktober wurde seitens der Gefängnisbehörde bekanntgegeben, dass bei künftigen Hinrichtungen drei Medikamente zum Einsatz kommen sollen: Midazolam zur Sedierung des Insassen, anschließend soll Rocuronium Bromid injiziert werden, um eine Paralyse hervorzurufen. Zuletzt wird dem Insassen dann Kaliumchlorid verabreicht, um sein Herz zu stoppen.
Midazolam sorgte schon in der Vergangenheit auch in Arizona und Oklahoma für problematische Hinrichtungen, als die Todesurteile von Joseph Wood und Clayton Lockett vollstreckt wurden.

Quelle mit ausführlichem Bericht:

http://www.timescolonist.com/federal-judge-rejects-ohio-s-new-lethal-injection-process-1.8968569
(26.01.2017, Andrew Welsh-Huggins)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht