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16.01.2017 | Ohio: Neues Medikament könnte bei scheinbar schieflaufenden Hinrichtungen zum Einsatz kommen

Eine US-Gefängnisbehörde möchte das Medikament Flumazenil einsetzen dürfen, um die Wirkung der Giftinjektion bei einer Hinrichtung rückgängig zu machen und gleichzeitig den Häftling wiederbeleben zu können.

Ohios Gefängnisdirektoren würden gern Flumazenil einsetzen, wenn die Befürchtung besteht, das erste von drei Medikamenten, Midazolam, würde nicht so wirken wie vorgesehen. Midazolam war in der Vergangenheit verantwortlich für verschiedene unüblich lange und qualvolle Hinrichtung gewesen. Flumazenil würde dann im Zweifel die Wirkung von Midazolam aufheben.

Seit der qualvollen Hinrichtung von Dennis McGuire im Januar 2014 in Ohio, wurde dort niemand mehr hingerichtet. Es kam dort zum ersten Mal eine Zwei-Medikamenten-Mischung zum Einsatz, die Midazolam als erste Injektion beinhaltete. Das war der allererste Einsatz dieses Medikaments überhaupt.

Auch Clayton Lockett aus Oklahoma wurde mit diesem Medikament 2014 hingerichtet. Auch hier kam es zu schwerwiegenden Komplikationen.
Ohio plant nun, auch Ronald Philips mit Midazolam und zwei weiteren Medikamenten hinzurichten.

Jonathan Groner, ein Chirurg und Giftinjektionsexperte aus Columbus, sieht in Flumazenil keine Lösung. Die früher in Ohio aufgetretenen Probleme hätten am falschen Venenzugang gelegen, so Groner. Flumazenil könnte nicht wirken, wenn die Vene nicht richtig getroffen wird, ganz im Gegenteil, es könnte sogar noch schmerzhafter für den Insassen werden.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://news.sky.com/story/botched-executions-could-be-reversed-for-ohio-death-row-prisoners-10726865
(13.01.2017)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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