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03.05.2017 | Ohio: Neun Hinrichtungen verschoben

Ohios Gouverneur John Kasich hat neun Hinrichtungen verschoben. Ein Bundesberufungsgericht soll nun entscheiden, ob es dem Staat erlaubt ist, das kontrovers diskutierte Medikament Midazolam einzusetzen.

Midazolam ist ein Sedativum, das bei Hinrichtungen für die Bewußtlosigkeit des Insassen sorgen soll, bevor ihm zwei weitere - Schmerzen auslösende - Medikamente injiziert werden. In der Vergangenheit ist das häufiger fehlgeschlagen und die Insassen haben sich zum Teil bewegt, gehustet und verkrampft.
Erst in der letzten Woche gab es erneut Komplikationen bei einer Hinrichtung mit Midazolam. Arkansas richtete Kenneth Williams hin und Zeugen berichteten, Williams habe sich gewunden und habe gehustet, während sein Körper immer wieder zuckte und bebte.
Auch Ohios letzte Hinrichtung wurde ähnlich beschrieben. Dennis McGuire starb erst 25 Minuten nachdem man ihm die Medikamente verabreicht hatte. Er schnappte nach Luft und wand sich viele Minuten lang, bevor er starb.

Im Januar blockte ein Bundesrichter in Ohio den Einsatz von Midazolam im staatlichen Protokoll, ein Gremium des 6th Circuit U.S. Court of Appeals hielt diese Entscheidung mit einer Abstimmung von 2-1 aufrecht. Letzte Woche allerdings widerrief das Gericht das Urteil und sagte aus, das gesamte Gericht während einer erneuten Anhörung entscheiden zu lassen.
Sollte das Gericht zugunsten des Staates entscheiden, so könne davon ausgegangen werden, dass es dann zu einer Klage vor dem Obersten US-Gerichtshof, dem Supreme Court, kommen würde, so Kevin Werner, Geschäftsführer der Initiative „Ohioans to Stop Executions“.

Alle geplanten Hinrichtungstermine finden Sie hier!

Quelle:
http://www.nbcnews.com/news/sports/ohio-postpones-9-executions-amid-drug-controversy-n753471
(01.05.2017, Tracy Connor)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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