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20.09.2017 | Pakistan: Todesstrafe für eine WhatsApp Nachricht

Das Verschicken einer Mitteilung über die Sozialen Medien kann in Pakistan ein Todesurteil zur Folge haben, wenn der Inhalt von der Regierung kritisch gesehen wird.

Am 14. September wurde der 35-jährige an das Christentum glaubende Nadeem James zum Tode verurteilt. Grund war das Versenden eines vermeintlich islamfeindlichen Gedichtes an einen Freund. James aber wies den Vorwurf zurück, er habe nie solch eine Nachricht verschickt.

Ebenfalls wurde Taimoor Raza (30) im Juni dieses Jahres aufgrund eines ähnlichen Sachverhaltes zum Tod verurteilt. Sein Urteil fiel vor einem Anti-Terror Gericht im Bahawalpur Bezirk wegen einer angeblich blasphemischen Konversation via Facebook.

Die sehr variablen Auslegungen des pakistanischen Blasphemiegesetzes sind nichts Neues. Dennoch ist die Verurteilung aufgrund einer kritischen Äußerung gegenüber des Islams in den Sozialen Netzwerken eine eklatante Verschärfung.
Im März bezeichnete der damalige Innenminister Gotteslästerer als „Feinde der Menschheit“.
Bislang ist zwar noch niemand aufgrund dieser Verurteilung exekutiert worden, dennoch sitzen aktuell 19 Menschen im Todestrakt.

Quelle:
https://www.hrw.org/news/2017/09/18/pakistan-text-message-can-lead-death-sentence
(18.09.2017, Saroop Ijaz)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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