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20.06.2017 | USA: Die häufigsten Gründe für falsche Verurteilungen

Die Anzahl unschuldig Entlassener steigt kontinuierlich an, auch im Bereich der zum Tode verurteilten Menschen. Insgesamt wurden laut „The National Registry of Exonerations“ bis zum heutigen Tage 2045 Menschen für die verschiedensten Verbrechen verurteilt und später als unschuldig entlassen.

Die Anzahl der Menschen, die seit 1973 zum Tode verurteilt wurden und aufgrund unterschiedlicher Ursache schließlich als unschuldig entlassen werden konnten, belief sich laut des Death Penalty Information Centers (DPIC) zum 11. Mai dieses Jahres auf 159 Menschen.

Hinsichtlich der unschuldig entlassenen Todeskandidaten in den Jahren von 2007 bis April 2017 zeigt das DPIC in ihrer Statistik (Bezug nehmend auf die vorliegenden Zahlen der „National Registry of Exonerations“) auf, dass in 31 Fällen mehrere Faktoren und bei 16 Fällen drei oder mehr Faktoren ursächlich für eine falsche Verurteilung waren.
Grundsätzlich führte aber auch in einem Todesstrafenprozess in dem meisten Fällen eine fehlerhafte Anklage seitens der Staatsanwaltschaft dazu, dass ein Unschuldiger ein Todesurteil erhielt.

Die Ursachen die am häufigsten dazu führen, dass ein Unschuldiger auf der Anklagebank landet, sind Meineid und falsche Anschuldigungen, direkt gefolgt von Amtsverstößen, also Fehlverhalten und/oder unrechtmäßigen Handlungen seitens der Behörden/der Staatsanwaltschaft.
Weitere Gründe sind eine falsche Identifikation seitens der Zeugen, falsche forensische Beweise (hier gibt es ebenfalls eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie falsche Ergebnisse zustanden kommen können) oder auch falsche Geständnisse.

Für ein falsches Geständnis gibt es zahlreiche Gründe. Der Angeklagte könnte unter Drogen gestanden haben, geistig inkompetent sein, er könnte von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft unter Druck gesetzt worden sein. Ebenfalls könnte er vom Anwalt schlecht beraten worden sein oder durch eine mögliche höhere Strafe bei einem verweigerten Geständnis verschreckt worden sein. Das sind nur wenige mögliche Ursachen, die aber immer wieder eine Rolle spielen.
Eins gemeinsam haben aber die allermeisten solcher Geständnisse: Die Angeklagten sind der Meinung, dass ein Geständnis sinnvoller sei als den Weg zur bewiesenen Unschuld zu gehen.

„The National Registry of Exonerations“ ist ein Projekt der University of California Irvine Newkirk Center for Science & Society, University of Michigan Law School und der Michigan State University College of Law. Hier gelangen Sie auf ihre Website!

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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