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20.12.2017 | Utah: Gesetzesentwurf rüttelt Debatte um Todesstrafe wach

Die Todesstrafe ist ein Thema, das schon immer sehr kontrovers diskutiert wurde. Aber ein Gesetzgeber in Utah betrachtet es von einem für diesen Bundesstaat unüblichen und anderen Gesichtspunkt aus und reicht einen Gesetzesentwurf für die kommende Legislaturperiode ein.

Republikaner Stephen Handy fordert den Staat auf, sich mit den Kosten der Todesstrafe und den dazugehörigen Berufungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen, im Vergleich zu den Kosten, die ein zu lebenslanger Haft Verurteilter verursachen würde.
Handy zog eine Studie aus dem Jahr 2012 heran. Berufungen seien immer vom Steuerzahler finanziert, denn die Todeskandidaten beauftragen keine Anwälte, sie bekommen Pflichtverteidiger. Die Studie zeige deutlich, dass die Kosten eines Todesurteils samt Berufungen um ein Vielfaches höher seien als eine lebenslange Haftstrafe.

Im letzten Jahr reichte Handy mit der sog. „House Bill 187“ einen Gesetzesentwurf ein, der dem jetzigen sehr ähnlich sei. Dennoch beinhalte dieser nun einige spezifische Details, die bei der Überprüfung noch einmal genau angeschaut werden müssen, so Handy. Dies allerdings kann bis zu neun Monate dauern.

In Utah sei die Todesstrafe ein sehr emotionales Thema, so Handy weiter. Die Bevölkerung sei noch nicht so weit, sie gänzlich abzuschaffen, sollten sich aber über die Fortführung Gedanken machen. Die Kosten seien nicht das Thema, aber die vermeintliche Gerechtigkeit wird besonders bei der Polizei groß geschrieben.

Aktuell verweilen neun Insassen in Utahs Todestrakt. Die letzte Hinrichtung dort fand im Juni 2010 statt, als Ronnie Lee Gardner durch das Erschießungskommando getötet wurde.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.davisclipper.com/view/full_story/27521931/article-Bill-stirs-debate-over-costs-of-death-penalty?instance=secondary_stories_left_column
(15.12.2017, Becky Ginos)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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