zurück zur Übersicht

22.03.2018 | Alabama: Gesetzgeber stimmen für Hinrichtungen mit Stickstoff

Am Dienstag stimmten Alabamas Gesetzgeber für die Zulassung von Stickstoff für die Hinrichtung von Todeskandidaten. Eine Methode, die bislang noch unerprobt ist.

Das Repräsentantenhaus stimmte mit 75 zu 23 Stimmen für diesen Gesetzesentwurf. Ein Sprecher des Gouverneurs Kay Ivey sagte, der Gouverneur werde sich den Entwurf noch einmal ansehen, um dann zu entscheiden, ob er diesen als Gesetz verabschieden wird.

UPDATE: Gouverneur Ivey verabschiedet das Gesetz!

Sollte dies Gesetz in Kraft treten, können künftig in Alabama zum Tode Verurteilte in der Gaskammer mittels Sauerstoffentzug und Stickstoffgabe hingerichtet werden, sofern die nötige Medikation für die Giftspritze nicht vorrätig ist oder die Giftspritze als solches für unrechtmäßig erklärt werden würde.
Befürworter der Todesstrafe haben schon länger darauf gedrängt, der Staat brauche eine Backup-Methode, weil sich aufgrund der Ablehnung der Medikamentenhersteller gegenüber der Verwendung ihrer Produkte für Hinrichtungen immer größere Schwierigkeiten zeigen, diese Medikamente zu beschaffen.

Der Republikaner Jim Hill war während einer Debatte dahingehend positiv gestimmt: „Es wird ihn [den Insassen] schlichtweg einschlafen lassen. Das ist human. Es geht schnell und es ist schmerzlos.“
Gegner dieser Methode fragen sich, wie Gesetzgeber von einer schmerzlosen Form der Hinrichtung sprechen könnten, wenn diese Methode bislang gänzlich unerprobt ist.

Auch andere Bundesstaaten - wie Mississippi und Oklahoma - haben diese Methode als mögliche Form der Hinrichtung bereits eingeführt, sofern die letale Injektion nicht möglich ist.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.kansascity.com/news/business/national-international/article206145554.html
(20.03.2018, Kim Chandler)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht