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09.01.2018 | Georgia: Oberster US-Gerichtshof könnte Todesurteil kippen, nachdem rassistische Äußerungen bekannt wurden

Der Oberste Gerichtshof gab am gestrigen Montag einem schwarzen Todestraktinsassen in Georgia die Möglichkeit, sein Todesurteil anzufechten. Grund dafür sind rassistische Aussagen eines Jurors.

„Da sind zwei Arten von schwarzen Menschen: 1. das schwarze Volk und 2. Nigger.“ Dies war eine schriftlich fixierte Aussage von Barney Gattie, der damals in der Jury saß, die für das Todesurteil von Keith Leroy Tharpe gestimmt hatte. Und Tharpe sei ein Nigger, so Gattie, während das Opfer eher der ersten Kategorie angehören würde. Weiterhin stellte er sich nach dem Studieren der Bibel die Frage, ob Schwarze überhaupt eine Seele hätten. Diese Angaben machte der Juror Jahre nach dem Urteil gegenüber Tharpes Anwälten.

Später gab Gattie an, diese Aussagen habe er nach einem langen Tag mit viel Alkohol geäußert. Er formulierte daraufhin ein anderes Statement, in dem er meinte, die Rasse hätte natürlich keine Rolle für ihn oder ein anderes Jury-Mitglied gespielt.
Der Gerichtshof aber gab an, Tharpe verdiene eine weitere Chance im Gericht.

Richter stoppten die für letzten Herbst angesetzte Hinrichtung von Keith Tharpe, der 1991 für den Morde an seiner Schwägerin Jaquelin Freeman zum Tod verurteilt wurde.

Quellen mit ausführlichen Berichten:
https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-01-08/high-court-orders-new-look-at-death-sentence-after-racial-slur
(08.01.2018, Greg Stohr)

https://www.washingtonpost.com/politics/courts_law/supreme-court-cites-jurors-racist-comments-in-allowing-ga-death-row-inmate-to-appeal/2018/01/08/ed84d0da-f486-11e7-beb6-c8d48830c54d_story.html?utm_term=.14dd4bd46746
(08.01.2018, Robert Barnes)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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