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20.09.2018 | Idaho: Gefängnisbehörde darf Hinrichtungsmedikamente geheim halten

Richterin Lynn Norton entschied am Montag, dass die Gefängnisbehörde in Idaho vorerst nicht verpflichtet ist, die Medikamente, die bei den Hinrichtungen zweier Insassen verwendet wurden, offenzulegen.

Im Mai dieses Jahres forderte ein Richter die Übergabe der Aufzeichnungen über die Art und die Herkunft der verwendeten Medikamente in den Hinrichtungen von Paul Ezra Rhoades und Richard Leavitt. Dieses Urteil schloss auch die Veröffentlichung der Quellen von zukünftig zu erwerbenden Medikamenten ein.

Am Montag morgen orderte Richterin Norton einen neuen Prozess an, in dem erneut überprüft werden soll, ob nun eine Veröffentlichung der gesamten Daten stattfinden soll oder nicht. Bis dahin bleibt alles unter Verschluß.
Während der Leiter der ACLU in Idaho und Kläger, Ritchie Eppink, es für wichtig hält, dass die Öffentlichkeit über die Herkunft der Medikamente Bescheid weiß, steht der stellvertretende Direktor der Gefängnisbehörde der Klage skeptisch gegenüber. Es könnte künftige Hinrichtungen gefährden.

In der Vergangenheit haben einige Hersteller die Abgabe ihrer Medikamente für Hinrichtungen verweigert, was zahlreiche Bundesstaaten vor Probleme stellte. Gegner der Todesstrafe sorgten für medialen Wirbel, die Firmen zogen sich zurück, um schlechte Publicity zu vermeiden.

Vor acht Jahren veränderte Idaho das Hinrichtungsprotokoll und verwendet nun anstatt einer Kombination aus drei Medikamenten nur noch ein einziges, das Pentobarbital. Eine dänische Firma stellte bisher die nötige Medikation her, stellte dann aber auch die Lieferung ein. Ob die nötige Dosis Pentobarbial aktuell vorliegt, ist unklar.

Seit 1977 wurde in Idaho drei Menschen hingerichtet, während neun noch im Todestrakt sitzen.

Quelle mit ausführlichem Bericht:

http://www.boisestatepublicradio.org/post/idaho-department-correction-can-keep-lethal-injection-drugs-secret-judge-says
(17.09.2018, James Dawson)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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