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16.02.2018 | Kentucky: Erneute Diskussion über Wiederbelebung der Todesstrafe

Seit Jahren besteht in Kentucky ein Moratorium, doch dies könnte sich nun ändern. Die Gefängnisbehörde hat die Wiederaufnahme der Hinrichtungen beantragt, indem sie Protokolle aufgesetzt hat, wie Insassen per Giftspritze oder dem Elektrischen Stuhl hingerichtet werden könnten.

Von den in Kentucky einsitzenden 33 Todeskandidaten haben viele ihre Berufungsmöglichkeiten ausgeschöpft und könnten theoretisch einen Hinrichtungstermin erhalten. Doch dafür benötigt es ein genehmigtes Protokoll, das nun seitens der Behörden angestrebt wird. Allerdings ist vorab schon klar, dass dieses wieder angefochten wird.

Die letzte Hinrichtung in Kentucky fand im November 2008 statt, als Marco Allen Chapman durch die Giftspritze getötet wurde. Chapman stach auf eine Frau ein, vergewaltigte sie und tötete zwei ihrer Kinder im August 2002. Er unterbrach freiwillig seine Berufungen und wollte hingerichtet werden.

James Erwin, Commissioner der Gefängnisbehörde, entwarf letzten Monat neue Protokolle. Diese beinhalten alle Details, die bei einer Hinrichtung wichtig sind. Beginnend mit der Kleidung, die für einen Häftling erlaubt ist. Weiterhin sind die Medikamententypen festgelegt, wie auch die Menge der Medikamente und die Stellen, in die injiziert werden soll; zuerst sollen die Arme genommen werden, sollte dies nicht funktionieren, sollen die Hände folgen, danach die Knöchel und zuletzt die Füße selbst.
Das Protokoll beinhaltet auch den finanziellen Aufwand, der für jede Hinrichtung nötig ist: 97 453 US-Dollar, die für die Sicherheit, Gefängniskosten und die Kosten der Verteidiger, der an der  Blockierung der Hinrichtung arbeitet, aufgewendet werden.
Dieser Wert beinhaltet nicht die Kosten für die Staatsanwaltschaft oder die Verteidigung, bevor ein Hinrichtungstermin gesetzt wird!

Insassen, die vor dem 31. März 1998 zum Tod verurteilt wurden, können zwischen der Giftspritze und dem Elektrischen Stuhl entscheiden, für später Verurteilte kommt nur die Giftinjektion in Frage.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.kentucky.com/news/state/article200132719.html
(14.02.2018, Bill Estep)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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