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14.05.2018 | Louisiana: Oberster US-Gerichtshof verwirft Todesurteil eines Häftlings

Der Oberste US-Gerichtshof urteilte zugunsten eines Häftlings aus Louisiana, der 2008 wegen dreifachen Mordes zum Tod verurteilt wurde. Sein Anwalt habe nicht im Interesse des Mandanten gehandelt, sondern habe der der Jury gesagt, sein Klient sei schuldig.

Robert McCoy soll einen neuen Prozess erhalten, so das Urteil mit einer Abstimmung von sechs zu drei. Die verfassungsmäßigen Rechte McCoy’s seien durch seine mangelhafte Verteidigung verletzt worden.

Der frühere Anwalt des 44-jährigen Verurteilten, Larry English, erzählte im damaligen Prozess 2011, dass McCoy alle drei Opfer - die Mutter, den Stiefvater und die Tochter seine Exfrau - getötet habe.
Dies tat er, um seinen Klienten vor einer Verurteilung aufgrund eines sog. „first-degree“ Mordes zu schützen, und um somit der Todesstrafe zu entgehen. Er hoffte auf ein geringeres Urteil.

Richter Ruth Bader Ginsburg begründete das Urteil der Wiederaufnahme des Falles damit, dass der Anwalt damals das Hauptaugenmerk auf die Vermeidung der Todesstrafe legte. Dass McCoy schuldig sei, stehe nach wie vor ausser Frage.

Robert McCoy, der seine Haftzeit in Idaho verbringt, beteuerte immer seine Unschuld. Er sei zum Tatzeitpunkt gar nicht in Louisiana gewesen. Bei seiner Verhaftung wurde die Tatwaffe in dem Fahrzeug gefunden, in dem er unterwegs gewesen war.
Einen Deal mit der Staatsanwaltschaft, der für eine lebenslange Haftstrafe sorgen würde, lehnte McCoy ab.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
https://www.reuters.com/article/us-usa-court-deathrow/u-s-high-court-throws-out-louisiana-death-row-inmates-conviction-idUSKCN1IF1XL
(14.05.2018, Lawrence Hurley)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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