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10.11.2018 | Missouri: Anhörung beim Obersten US-Gerichtshof für Russell Bucklew

Zwei Anhörungen fanden am Dienstag vor dem Obersten US-Gerichtshof statt, wobei sich eine um den 50-jährigen Todeskandidaten Russell Bucklew dreht, dessen Hinrichtung in Missouri via Giftspritze aufgrund seiner seltenen Krankheit zur Qual werden könnte.

Im Fall Bucklew vs. Precythe wird das Gericht gebeten zu prüfen, ob Bucklew die Möglichkeit einer alternativen Hinrichtungsmethode erhalten sollte. Denn die beabsichtigte Hinrichtung könnte ihm aufgrund seiner seltenen und schweren Krankheit große Schmerzen und Leiden zufügen, was gegen den Achten Verfassungszusatz verstößt, der vor grausamer und ungewöhnlicher Bestrafung schützen soll.

Bucklew leidet an einem Hämangiom, einer seltenen Krankheit, die "fragile blutgefüllte Tumore in Kopf, Hals und Rachen wachsen lässt". Buckley geht davon aus, dass die Hinrichtung ihm einen "grausamen und schmerzhaften" Tod bringen wird. Der Oberste Gerichtshof bewilligte mit einer Abstimmung von fünf zu vier Stimmen den Aufschub von Bucklews Hinrichtung im März, nur wenige Stunden bevor er hingerichtet werden sollte.
Zu der Zeit war Anthony Kennedy noch im Amt, der für den Aufschub stimmte und der nun aber im Ruhestand ist. Er wurde durch Brett Kavanaugh ersetzt.

Im Juni wurde bei Russell Bucklew eine Tracheotomie durchgeführt und er atmet seither durch ein „Röhrchen“ im Hals. Diese Tatsache könnte die Methode seiner Hinrichtung beeinflussen. Richterin Sonia Sotomayor befragte dahingehend Bucklews Anwalt, ob die Kanüle bleibe und wenn ja, dies nicht die Gefahr aufhebe, dass - wie vorher befürchtet - er während der Hinrichtung an seinem eigenen Blut ersticken könnte.
Der Anwalt gab an, dass noch Unsicherheit herrsche, ob der Luftröhrenschnitt bestehen bleibe bzw. die Problemstellung hinsichtlich einer zur Giftspritze alternativen Hinrichtungsmethode nicht aufgelöst sei.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
https://www.jurist.org/news/2018/11/supreme-court-hears-oral-argument-in-death-penalty-railroad-tax-cases/
(07.11.2018, Lindsay Offutt)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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