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07.08.2018 | Missouri: Wiederaufnahme des Falles von Marcellus Williams

Missouris Gouverneur Mike Parson sieht vor, den Fall von Todeskandidat Marcellus Williams durch ein fünfköpfiges Gremium erneut überprüfen zu lassen. Aufgrund neuer DNA-Beweise aufgekommene Zweifel an seiner Schuld sorgen für eine Wiederaufnahme des damaligen Falles.

Das Gremium, bestehend aus fünf ehemaligen Richtern, soll nun den gesamten Fall erneut aufrollen, um eine fälschliche Verurteilung wegen Mordes 1998 ausschließen zu können.
Ursprünglich war diese Untersuchung durch den vorherigen Gouverneur Eric Greitens angewiesen worden, der aber nach einer Spendenaffäre vom Amt zurücktrat und durch Mike Parson ersetzt wurde. Dieser gab nun, laut seiner Sprecherin Kelli Jones, grünes Licht für die Ermittlungen.

Der mittlerweile 49-jährige Williams wurde wegen Raubmordes an der ehemaligen St. Louis Post-Dispatch Reporterin Lisha Gayle zum Tode verurteilt.
Im vergangenen August sollte Williams hingerichtet werden und nur Stunden zuvor verhinderte Greitens die Durchführung und orderte neue Untersuchungen an.
Grund dafür waren neu aufgetauchte DNA-Beweise an der Tatwaffe, die von einer bislang unbekannten Person und nicht von Williams stammen sollen.

Williams soll damals zur Vertuschung von Blutspuren auf seinem T-shirt, eine Jacke gestohlen und getragen haben. Seine Freundin wunderte sich darüber, dann sei ihr aber der darunter versteckte Laptop aufgefallen, der vom Tatort entwendet wurde.
Weiterhin führte die Staatsanwaltschaft Zeugenaussagen an, die Williams’ Schuld beweisen sollten. Henry Cole, der mit Williams in St. Louis eine Zelle teilte, sagte aus, Williams hätte sich zum Mord bekannt und hätte auch Detailwissen offenbart.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
https://www.kansascity.com/news/state/missouri/article216185385.html
(06.08.2018, Jim Salter)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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