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11.01.2018 | New Jersey: Preisgekröntes Buch über Bürgerrechte sorgte für Aufsehen in New Jerseys Haftanstalten

„The New Jim Crow“ von Michelle Alexander, in dem es um Rassismus und Masseninhaftierung geht, wurde zunächst laut Informationen der „American Civil Liberties Union“ in mindestens zwei Haftanstalten New Jerseys verboten.

Es sei unrechtmäßig und dazu noch äußerst ironisch, das Buch zu verbieten, so Tess Borden, eine Anwältin der ACLU in New Jersey, die auch das Verbot aufdeckte.
New Jersey habe in den Haftanstalten das schlechteste Verhältnis der Nation zwischen schwarzen und weißen Insassen, zwölf zu eins.

Das Buch beschreibt die Wiedergeburt eines einem Kastensystem gleich kommenden Systems in den USA, das Millionen von Schwarzen inhaftiert und ihnen die zustehenden Rechte verweigert, so wie Jim Crows Gesetze in den 1960er Jahren nach Rasse aussortiert hatten.
Diskussionen über verbotene Bücher und Magazine in New Jerseys Gefängnissen dauern nach wie vor an, denn auch die Magazine „Wired“, „Field and Stream“ und „Popular Science“ sind für Insassen nicht erlaubt.

Borden schrieb einen Brief an den Commissioner der Gefängnisbehörde Gary Lanigan, um zu erreichen, dass das Buch von der Verbotsliste genommen wird. „In Bezug auf die Rechte des Ersten Verfassungszusatzes, hat der Oberste US-Gerichtshof immer wieder darauf hingewiesen, dass Gefängnismauern nicht dazu da sind, die Insassen von ihren verfassungsmäßigen Rechten fernzuhalten,“ so Borden in ihrem Schreiben.

Jason Hernandez, ein ehemaliger Häftling aus Oklahoma, gab an, nur aufgrund dieses Buches heute ein freier Mann zu sein. Das Buch, so erklärte er gegenüber Newsweek, sorgte bei ihm für ein Verständnis dafür, wie in den USA Rassismus mit Masseninhaftierungen zusammenhängen würde. Daraufhin schrieb er 2011 den damaligen US-Präsidenten Barack Obama an und bat um Gnade. Dieser wandelte später seine lebenslange Haftstrafe um, die er für ein sog. "non-violent" Verbrechen bekam, also ein Verbrechen, bei dem er keinerlei Gewalt angewendet hatte.

New Jerseys Gefängnisbehörde kommentierte das Geschehen zunächst nicht, ließ aber nur Stunden nach Veröffentlichung des Berichts durch eine Sprecherin verlauten, dass das Buch nun für alle Häftlinge erlaubt sei.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
http://www.newsweek.com/civil-rights-book-banned-new-jersey-new-jim-crow-aclu-first-amendment-774086
(08.01.2018, Josh Saul)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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