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30.03.2018 | Papst Franziskus: Die Todesstrafe ist weder christlich noch human

Zum sechsten Mal vollzog der Papst sein Gründonnerstagsritual. Dieses Mal besuchte er das Regina Coeli Gefängnis in Rom, wusch und küsste zwölf Insassen die Füsse und bekräftigte seinen Glauben, indem er deutlich machte, dass die Todesstrafe weder christlich noch menschlich sei.

In der Vergangenheit wurde der Papst seitens der Konservativen kritisiert, in sein Ritual Frauen und auch Nicht-Christen mit einbezogen zu haben. Unter den zwölf Insassen waren nun auch zwei Muslime und ein Buddhist.

Der Papst sprach von der Todesstrafe, kurz bevor er das Gefängnis, das einst ein katholisches Kirchengebäude gewesen war, verließ.
„Eine Bestrafung, die nicht offen für Hoffnung ist, ist nicht christlich und auch nicht menschlich." Jede Form von Bestrafung müsse offen sein für Hoffnung und die Todesstrafe sei es nicht.

Seit seiner Wahl zum Papst 2013 machte er sich immer wieder stark für eine weltweite Abschaffung der Todesstrafe. Doch Kritik aus den Reihen der Konservativen war stetig vorhanden. Die Katholische Kirche erlaubte über Jahrhunderte hinweg die Todesstrafe für extreme Fälle, doch diese Sichtweise begann sich während des Pontifikats Johannes Paul II. ab Mitte der 90er Jahre zu verändern.

Das Regina Coeli Gefängnis ist das älteste und bekannteste Gefängnis in Rom. Inhaftiert sind dort Häftlinge aus über 60 Nationen und es liegt ganz nah beim Vatikan, direkt am Tiber.

Quellen:
http://www.vaticannews.va/en/pope/news/2018-03/pope-prison-holy-thursday-lord-s-supper.html
(29.03.2018, Philippa Hitchen)

https://www.reuters.com/article/us-religion-easter-pope-holythursday/pope-in-holy-thursday-prison-visit-says-death-penalty-not-christian-idUSKBN1H52Q0
(29.03.2018, Philip Pulella)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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