zurück zur Übersicht

25.02.2018 | Tennessee: Hinrichtungsmedikamente lösen Qualen aus, so eine aktuelle Klage

Tennessee ist momentan nicht in der Lage, mit dem vorliegenden Hinrichtungsprotokoll eine Hinrichtung durchzuführen, denn dieses wäre eine ungewöhnlich grausame Form der Bestrafung und somit verfassungswidrig, so eine aktuelle Klage seitens der Todeskandidaten.

Die Klage wurde nur Tage nach dem Bekanntwerden des Bestrebens seitens der Justiz, bis zum Juni mindestens acht Hinrichtungen durchzuführen, eingereicht. Bislang steht nur eine Hinrichtung fest: Billy Ray Irick soll am 9. August für die Vergewaltigung und den Mord an einem siebenjährigen Mädchen sterben.
Zuletzt führte Tennessee 1939 acht Hinrichtungen in einem Jahr durch.

Die Giftspritze ist in diesem Bundesstaat die Hinrichtungsmethode der ersten Wahl, obwohl auch der Elektrische Stuhl legal wäre. Das Barbiturat Pentobarbital ist das im Protokoll verankerte Medikament, das bei Hinrichtungen zum Einsatz kam. Doch die Hersteller verweigerten die Produktion für solche Zwecke.
Im Januar wurde dann das neue Protokoll verabschiedet, das eine Kombination aus drei Medikamenten vorsieht. Doch eins der Medikamente - Midazolam - hat in der Vergangenheit in verschiedenen Bundesstaaten für qualvolle Hinrichtungen gesorgt.
Verschiedenen Anwälte möchten nun dafür sorgen, dass dieses neue Protokoll für unrechtmäßig erklärt wird.

Die letzte Hinrichtung in Tennessee fand im Dezember 2009 statt, als Cecil Johnson durch die Giftspritze den Tod fand. Zur Zeit sitzen 60 Häftlinge in Tennessees Todestrakt.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
https://www.tennessean.com/story/news/crime/2018/02/20/lawsuit-tennessee-death-row-inmates-say-states-lethal-injection-drugs-cause-torture/355546002/
(20.02.2018, Dave Boucher)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

zurück zur Übersicht