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22.06.2018 | Texas: US-Bundesstaat stellt vor dem Gericht sicher, die Hinrichtung von Danny Bible ausführen zu können

Zu Beginn des Monats brachte der zum Tod verurteilte Danny Bible gesundheitliche Argumente vor, die zeigen sollten, dass seine Hinrichtung grausam verlaufen könnte. Doch der Staat versucht vehement dem Gericht aufzuzeigen, dass die Bedenken unnötig seien.

„Texas ist nicht Ohio oder Alabama,“ konterte der Staat, nachdem Bible diese Bundesstaaten als Beispiele für misslungene Hinrichtungen nannte.
Alabama versuchte Doyle Lee Hamm hinzurichten; geeignete Venen zu finden, trotz Hamms schwerer Krankheit und daraus resultierenden körperlichen Gebrechen. Nach zahlreichen Versuchen musste die Hinrichtung abgebrochen werden.
Auch in Ohio gab es einen ähnlichen Fall. Alva Campbell, der aufgrund seiner terminalen Krankheiten in der Zwischenzeit eines natürlichen Todes starb, sollte vor wenigen Monaten mittels der Giftspritze sterben. Auch bei ihm war es nicht möglich, geeignete Venen zu Verabreichung der tödlichen Medikamente zu finden. Die Hinrichtung wurde auch in diesem Fall abgebrochen.

Bibles Anwälte machten deutlich, dass der Gesundheitszustand des 66-Jährigen zu bedenklich sei, um eine Hinrichtung schmerz- und komplikationsfrei durchführen zu können. Er leide unter Ödemen, Adipositas und der Parkinson Krankheit. Außerdem stelle er im Rollstuhl keinerlei Gefahr mehr für andere da, was ebenfalls gegen eine Hinrichtung spräche, so die Anwälte weiter.

Doch die texanische Staatsanwaltschaft ließ keinen Zweifel aufkommen. Danny Bible hätte keinen einzigen Grund aufgeführt, warum bei ihm keine Vene zu finden sein könnte. Davon abgesehen, dass er viel früher mit seinen gesundheitlichen Beschwerden hätte argumentieren müssen, sei ihm in der Vergangenheit aufgrund von Kontrolluntersuchungen Blut abgenommen worden, was ohne Probleme möglich gewesen sei.

Bible erhielt 2003 die Todesstrafe; viele Jahre nach der eigentlichen Tat. 1979 tötete er eine junge Frau mit elf Messerstichen. Da die Polizei ihm damals diese Tat nicht zuordnen konnte, blieb er auf freiem Fuss. Neben anderen Delikten, tötete er schließlich seine Schwägerin, ihren kleinen Sohn und die Mitbewohnerin. Anschließend flüchtete er nach Montana, wo er eine Frau entführte und ein elfjähriges Mädchen vergewaltigte.
Er wurde gefasst, zu Haftstrafe von 20 Jahren für einen Raub und zu 25 Jahren für die Morde verurteilt. Kam aber nach acht Jahren auf Bewährung raus. Noch während seiner Bewährungszeit belästigte und vergewaltigte er zahlreiche Minderjährige. Ein Opfer konnte fliehen und der Polizei Auskunft über den Täter erteilen.
Weiterhin des Transports in den Todestrakt kam es zu einem Unfall, bei der der zuständige Officer starb und Bible im Rollstuhl landete.

Quelle mit ausführlichem Bericht:
https://www.chron.com/news/houston-texas/article/Texas-assures-court-it-can-carry-out-aging-serial-13007470.php
(19.06.2018, Keri Blakinger)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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