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07.04.2018 | Unschuldig hingerichtet und 136 Jahre später begnadigt

Als der Ire Maolra Seoighe im Gericht erschien, um des Mordes im Jahr 1882 angeklagt zu werden, wurde sein Name als Myles Joyce dokumentiert. Englisch konnte er weder verstehen noch sprechen, so konnte er auch die Worte des Richters nicht verstehen, die ihn zum Tode verurteilten und einen Monat später durch den Strang zu Tode haben kommen lassen.

Doch schnell nach der Hinrichtung wurde klar, er hatte den Mord nicht begangen. Nun, 136 Jahre später, wurde er offiziell begnadigt.
„Maolra Seoighe wurde fälschlicherweise wegen Mordes verurteilt und gehängt, für eine Tat, die er nicht begangen hat,“ so Irlands Präsident Michael D. Higgins am Mittwoch. Er bezeichnete den Prozess als einen „Fehler der Justiz“ und zeigte die Historie der systematischen Diskriminierungen und sprachlichen Unterschiede auf, die auch heute noch ein Problem seien.

Mr. Ó Cuirreáin schrieb ein Buch über Mr. Joyce, das 2016 veröffentlicht wurde. „Éagóir“ lautet der Titel und bedeutet Unrecht, ein Buch in irischer Sprache, die in einem Land mit knapp fünf Millionen Einwohnern nur noch rund 70 000 Menschen dort sprechen.

Die posthume Begnadigung von Mr. Joyce ist seit jeher erst die zweite und war über Generationen hinweg berühmt-berüchtigt.
Mr. Joyce wurde mit den Morden an fünf Menschen im August 1882 in Verbindung gebracht. Insgesamt wurden zehn Männer in Verbindung mit den Morden inhaftiert, zwei von ihnen sagten gegen die anderen aus. Fünf wurden für schuldig befunden und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die übrigen drei, inklusive Mr. Joyce, wurden angeklagt, verurteilt und gehängt.

Quelle mit ausführlichem Bericht:

https://www.nytimes.com/2018/04/06/world/europe/irish-hanged-pardon.html?smid=tw-nytimes&smtyp=cur
(06.04.2018, Jacey Fortin)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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