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25.08.2018 | US-Bundesstaat Texas darf Hersteller der Hinrichtungsmedikamente geheim halten

Um die Hinrichtungen in Texas sicherstellen zu können, muss der US-Bundesstaat seine Medikamentenquelle einer Gruppe von Todeskandidaten in Arkansas nicht preisgeben, so ein Bundesrichter am Dienstag.

Texas veränderte sein Hinrichtungsprotokoll 2009 von der damaligen Anwendung mit drei Medikamenten auf ein einziges, das Pentobarbital. Das Sedativum wurde früher einmal als Schlafmittel verwendet, doch aufgrund seines hohen Abhängigkeitpotentials wird es nun hauptsächlich nur noch in der Tiermedizin zum Einschläfern benutzt.
Fünf Gramm Pentobarbital werden in Texas injiziert, um den zum Tod verurteilten Häftling zu töten.

Vor fünf Jahren wurde der Lieferant aufgrund eines Auskunftsersuch durch die texanische Öffentlichkeit bekannt und es folgten Proteste und Morddrohungen gegen das ausliefernde Unternehmen. Dieses verlangte eine Rückgabe des gelieferten Pentobarbitals.
Mittlerweile bezieht der Staat die Medikation von einem anderen Hersteller, der in den Akten nur unter „Pharmacy X“ aufgeführt ist. Sollte aber die Identität aufgedeckt werden, so drohte der Konzern ebenfalls mit Rücknahme und künftiger Lieferverweigerung.

Eine Gruppe von Todeskandidaten in Arkansas wollte mit einer sog. „Motion to compel“ die Veröffentlichung des Herstellers erzwingen.
In Arkansas wird eine Mischung aus drei Medikamenten für Hinrichtungen verwendet, das u.a. das umstrittene Midazolam enthält. Dies könne, so die Klage, zu einer ungewöhnlich langen Hinrichtungsdauer und einem besonders schmerzhaftem Tod führen. Pentobarbital sei eine humanere Alternative.

Quelle mit ausführlichem Bericht:

https://www.courthousenews.com/texas-can-keep-supplier-of-execution-drug-secret/
(22.08.2018, Cameron Langford)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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