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26.03.2018 | USA: Bezirksrichter sieht Todesstrafe für Drogendealer kritisch

Während der Präsident der USA und sein Justizminister Jeff Sessions die Todesstrafe für Drogenhandel auf Bundesebene anpreisen, sieht ein Bezirksrichter das Vorhaben sehr kritisch.

Für Northeast Bezirksrichter Lee Darragh hat der Kampf gegen die Drogen bislang nicht wirklich funktioniert und die Todesstrafe in diesen Fällen sei ein schwieriges Bestreben.
Die Todesstrafe anzustreben ist immer zeitaufwändig, teuer und sollte nur in ganz bestimmten, grausamen Fällen angedacht sein, beispielsweise bei mehrfachem Totschlag oder Auftragsmord, so Darragh.
Weiterhin sei es auch für die Jury schwieriger, in solchen Fällen die Todesstrafe zu empfehlen. Üblicherweise, so Darragh, haben Jurymitglieder weniger Mitgefühl mit Opfern von Drogenmissbrauch. Diese Menschen hätten den Tod quasi billigend in Kauf genommen.

Mit mehr als 42 000 Drogentoten landesweit im Jahr 2016 will die amerikanische Justiz ein Zeichen setzen und schwere Drogenvergehen mit dem Tod ahnden.

Multi-Agency Narcotics Squad Lt. Don Scalia hofft, durch die möglichen neuen Gesetze die Sicht- und Denkweise von Drogendealer zu beeinflussen. Eine abschreckende Wirkung wäre das wünschenswerte Ergebnis.
Doch es sei ein langer Weg bis zur Durchsetzung, denn an allen Stellen der Justiz und in der Exekutive müsste daran gearbeitet werden.

Quelle mit ausführlichem Bericht:

https://www.gainesvilletimes.com/news/da-dubious-death-penalty-drug-traffickers/
(24.03.2018, Nick Watson)

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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