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14.02.2019 | Schriftsteller Salman Rushdie: Vor 30 Jahren für sein Buch zum Tode verurteilt

Vor genau 30 Jahren wurde der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie wegen seines Werkes "Die satanischen Verse" durch Ayatollah Kohmeini zum Tode verurteilt.

In dem Buch "Die satanischen Verse" schrieb Salman Rushdie über den Propheten Mohammed und dass dieser auch ein geschickter Politiker und Opportunist gewesen sei. Dies stellte in den Augen des damaligen iranischen Staatsoberhauptes Ayatollah Khomeinis Ketzerei dar, so dass er am 14. Februar 1989 in einer Fatwa (Rechtsgutachten) weltweit alle Muslime dazu aufrief, den Schriftsteller umzubringen. Massenproteste folgten gegen Rushdie und es wurde ein Kopfgeld ausgesetzt, das mehrere Male erhöht wurde. Aktuell soll es sich auf rund vier Millionen Dollar belaufen.

Das gegen Rushdie verhängte Todesurteil ist auch weiterhin aktiv. Zurückgezogen werden könnte es nur von der Person, die es verhängt hatte: Ayatollah Khomeini. Dieser verstarb jedoch kurz nach der Fatwa im Juni 1989.

Rushdie erhielt weiterhin Todesdrohungen von Muslimen, für die er zum Feindbild geworden war. Er musste sich verschiedene Decknamen zulegen, mehrfach den Wohnsitz wechseln und stand Jahre unter dem Schutz von Scotland Yard. Inzwischen ist es nach eigener Aussage ruhiger um ihn geworden und er könne sogar wieder U-Bahn fahren. Seine Geschichte veröffentlichte er vor sieben Jahren als Autobiografie unter dem Titel "Joseph Anton".

Auch heute noch werden in Ländern wie bspw. dem Iran oder Saudi-Arabien, in denen das überlieferte islamische Recht die Gesetzesgrundlage bildet, Todesurteile wegen Gotteslästerung (Blasphemie), Gottesfeindschaft (Moharebe) oder der Abkehr des Glaubens (Apostasie) ausgesprochen.

Quelle und weitere Informationen:

"Fatwa gegen Salman Rushdi", SRF vom 14. Februar 2019.

Initiative gegen die Todesstrafe e.V. | www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de

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